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merkwürdige ehe oder?

Dieses Thema im Forum "Beziehung, Partnerschaft und Familie" wurde erstellt von smez, 12. September 2018.

  1. smez

    smez New Member

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    Hi Leute,
    ich beobachte im Moment eine sehr merkwürdige Beziehung in meinem engsten Verwandtenkreis. Sie (27) lernte ihren 10 Jahre älteren Mann vor ca. 3 Jahren kennen. Die Verliebtheitsphase war sehr intensiv und man kannte gemeinsame Leute. Er zog extra aus einer anderen Stadt zu ihr nach gerade mal 6 Monaten Beziehung. Kurze Zeit später war sie ungewollt schwanger und er machte ihr daraufhin einen Antrag, sodass kurz nach dem 1-jährigen die Hochzeit stattfand. Leider verlor sie das Baby im 6. Monat. Und ab hier wurde es sehr verzwickt. Das Paar trauerte jeweils für sich, sie hatte keine Kraft, um die Beziehung am Laufen zu halten, fühlte sich von ihm allein im Schmerz, während er schnell wieder eine Routine finden wollte. Auch wenn sie mir damals sagte, sie steht kurz vor der Trennung, rottete sie sich wieder mit ihrem Mann zusammen, weil die Beziehung wohl etwas ganz besonderes sei und die Liebe sehr stark war.
    Eines Abends sagte sie mir, dass sie wieder mit einem früheren Verehrer chattet, den sie nie gesehen hat! Und dass sie sich vorstellt, wie es wohl mit ihm in einer Beziehung wäre und dass ohne die missglückte Schwangerschaft, sie ja niemals geheiratet hätte und sich von ihrem Mann getrennt hätte. Sie gab ihm mitunter die Schuld, dass sie ihren Job durch die Schwangerschaft verlor. Ich riet ihr dazu, den Kontakt zum Verehrer abzubrechen und sich auf die Ehe zu konzentrieren und sie meinte sie wäre eben in 2 Männer verliebt und kann das gut trennen. Dennoch wurde das chatten so intensiv, dass das ihre Ehe beeinflusst hat. Ihr Mann hat mitbekommen, dass sie emotional distanziert war und ging viel mit Freunden aus, um eine Aussprache zu entkommen. Ich riet ihr dieses mal, sich dann vielleicht Gedanken über ihre Liebe zu ihrem Mann zu machen und wieder rotteten die beiden sich wieder zusammen und sprachen von tiefen Gefühlen und intensiven gemeinsamen Erfahrungen, sodass man sich nicht trennen könnte.
    Bei einem Heimatbesuch, wo sie alleine ihre Mutter besucht hat, traf sie sich dann mit einem alten Schulfreund und ließ sich auf einen ONS ein, wo es laut ihrer Aussagen nur um S. ging und keine Gefühle im Spiel waren und sie bereute diesen Fehltritt zutiefst. Wieder zu Hause näherte sie sich wieder ihrem Mann und die Ehe lief wieder gut, bis eines Tages der Bruder ihres Mannes vor der Wohnung stand und um Obdach fragte. Dieser Bruder war wohl sehr unanagehm, streitete sich mit allen, war faul und wollte Geld, freute sich, wenn das Paar sich stritt und ihr Mann verteidigte ihn und fütterte ihn durch, weil er eben zu seinem Bruder stand. Die Streits waren so heftig, dass sie zu mir sagte, sie hätte keine Gefühle mehr und wäre leer und zog dann auch zurück zu ihrer Mutter, um über ihre Ehe nachzudenken. Dort hatte sie sich dann auch die Zeit genommen nachzudenken und 2 Monate später zog sie schließlich zurück zu ihrem Mann, um diesmal alles anders zu machen. Sie hängt an ihm und will sich darauf fokussieren, die Ehe wieder schön zu machen. Als ich sie fragte, was mit ihrem Verehrer sei, sagte sie mir, sie bat ihn darum, sie nicht mehr zu kontaktieren. Wenn sie möchte, würde sie sich melden. Den totalen Kontaktabbruch hat sie nicht durchgezogen. Sie folgt ihm noch auf den sozialen Medien, gratuliert ihm zu Geburtstag aber schreibt nicht mehr mit ihm.
    Im Urlaub mit ihrem Mann hat die Ehe wieder eine positive Wendung genommen, dennoch frage ich mich nun, ob das alles so rund ist. Die ehe ist gerade mal 2 Jahre alt und schon so viele Krisen und jetzt das mit dem halbherzigen Kontaktverbot Ich kann ihr keine Tipps mehr geben oder Sinn entdecken. Was denkt ihr? Hat diese Ehe eine realistische Chance oder machen solche Krisen jedes mal mehr kaputt? Ich denke und fürchte, dass wenn alles gut läuft, man glücklich ist und wenn die nächste Krise kommt, die gleichen Verhalten zu Tage kommen Was denkt ihr? Ich will mich nicht ungefragt einmischen, aber ich werde oft von ihr um tipps gebeten.
     
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    Ibex

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    Ich denke Chancen gibt's immer, und gerade wenn sie durch die Krisen wieder zusammenfinden ist das ja nicht unbedingt was Schlechtes. Wenn man so schnell nach dem Kennenlernen und unter solchen Umständen heiratet ist es mE recht verständlich, dass es hinterher noch kriselt - man kennt sich ja noch gar nicht richtig - und wenn da dann auch noch so ein Unglück dazukommt ist das noch mal ein Stressfaktor.

    Nach was für Tipps fragt sie dich denn? Und was für Verhalten kommen denn in Krisenzeiten zum Vorschein? (Dachte vielleicht die Untreue, aber deiner Erzählung nach ist die ja eher Ursache als Folgen der Krisen, wenn ich die Chronologie da richtig interpretiere.)
     
  3. smez

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    Klar ich gebe Dir Recht, das Fundament, auf dem diese Ehe fußt, war eine Schwangerschaft und natürlich auch irgendwo Verliebtheit, auch wenn ihr Schock damals groß war, als sie die Nachricht erfuhr.
    Fragen tut sie mich meistens was sie tun soll, ob es so weitergeht für die nächsten 10-20 Jahre etc.
    Den anderen Typen kannte sie schon lange vor ihrem Mann und da gab es schon damals eine Chemie zwischen den beiden, daher weiß ich nicht ob er Ursache oder Folge ist oder einfach ein nicht abgeschlossenes Kapitel, das sie permanent begleitet hat und zu dem sie emotional fliehen konnte, um sich wohl zu fühlen, wenn es in der Ehe mal kriselte. Ich bin zwar selber kein großer Freund von Scheidung, aber ich möchte ihr gern erneut sagen, dass ich diese Ehe schon als gescheitert ansehe:
    1) Sie hält sich den anderen Kerl warm (oder warum bricht sie den Kontakt nicht vollkommen ab. Er hat versucht sie zu kontaktieren, manchmal ignoriert sie ihn, manchmal antwortet sie ihm, dass sie wann anders schreiben, denn sie will jetzt ihre Zeit zum Nachdenken.
    2) Sie ist mit einem wieder anderen ins Bett gegangen?! Natürlich hat sie es nicht gebeichtet, sonst hätte sie ihn ja verloren, aber das ist für mich kein Zeichen von Liebe und Respekt.
    3) Klar gibt es auch die schönen Momente, aber die schlechten Zeiten werden wieder kommen und dann?
     
  4. Mitarbeiter
    Ibex

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    Hm, das sind recht anspruchsvolle Fragen für Nicht-Hellseher_innen ;)

    Grundsätzlich geht's im Leben und in Beziehungen immer etwas auf und ab - zu erwarten, dass es mit dem/der "Richtigen" nie schlechte Zeiten gibt und immer alles Sonnenschein und Wohlgefallen ist dürfte eher unrealistisch sein (und damit auch so manche reale Beziehung ruinieren, weil sie notwendigerweise hinter diesem Anspruch zurückbleibt).

    Die große Frage ist, ob sie an der Beziehung wachsen und lernen. Konnten sie bisherige Streitpunkte klären und Strategien entwickeln, um mit künftigen Konflikten besser umzugehen? Hat sie das Gefühl, dass vergangene Konflikte jetzt beigelegt sind? Funktioniert die Kommunikation zwischen den beiden gut? Gibt es unter der Oberfläche schwelende vergangene Konflikte und/oder negative Gefühle, die nie richtig beigelegt wurden (wie bspw. das mit der Schuld wegen dem Job)?
    Wenn sich da tendenziell eher immer mehr Negatives anhäuft und wenig gemeinsamer Fortschritt da ist werden die schlechten Zeiten eher ein Problem bleiben. Das zu verhindern braucht Beziehungsarbeit von beiden Seiten.

    Ist ja auch möglich, dass sie ihn einfach mag und den Kontakt nicht ganz verlieren will - gerade wenn sie sich schon so lange kennen und er dadurch auch ein gewisser Fixpunkt in ihrem Leben ist.
     

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